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„Noch worüber am meiſten!“ ſeufzte Haidvogl ebenſo kläglich.
„Aber wißt Ihr“, erwiderte Schmerl, als wir im ver⸗ wichenen September einmal den alten Graubart, den Ste⸗ phan Reubner, antrafen mit dem Herrn von Ebergaſſing, Tharradel, wie ſie ihn gewöhnlich heißen, es war gerade die Nachricht angekommen von der Schlacht, wo Thurn den Boucquoi aufs Haupt geſchlagen hatte— wißt Ihr Euch zu erinnern? Damals ſchon hatte der Reubner ein gott⸗ loſes Maul und meinte, Thurn werde Wien belagern! Und nun muß er Recht haben!“
„Der Reubner und der Tharradel ſtecken jetzt auch wie⸗ der beiſammen“, bemerkte Haidvogl mit wichtiger Miene. „Ich bin ihnen noch heut auf dem Kohlmarkt begegnet. Sie gingen Arm in Arm im eifrigſten Geſpräch. Das hat etwas zu bedeuten! So ein vornehmer Herr, wie der Herr von Ebergaſſing, und der alte lahme Krüppel! Wie ſich das nur zuſammen ſchickt!“
„Wie ſich das ſchickt? Das ſchickt ſich ganz leicht“, nahm einer der Gäſte das Wort.„Ich kenne ſie Beide auch!“
„Du kennſt ſie auch, Muntſch?“ fragte Schmerl neu⸗ gierig unterbrechend.
„Der Eine“, fuhr der Angeredete fort,„iſt ein Pro⸗ teſtant und glaubt an keinen Heiligen, und der Andere, Gott ſteh mir bei, glaubt, glaube ich, an gar nichts, der Reubner!“
„So, da ſchickten ſie ſich freilich gut zuſammen!“ rief Schmerl.
„Nun, nun“, ließ ſich eine tiefe Stimme unwillig hö⸗ ren,„es gibt doch ſo Manche, die der neuen Lehre an⸗ hangen hier in Wien, und man kann nicht ſagen, daß ſie nichts glauben; es ſind gute Leute darunter!“


