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„Wißt Ihr nicht, ob Kloſter Neuburg und der Kahlen⸗ berg von den Truppen Thurn's beſetzt ſind?“ fragte Thar⸗ radel weiter.
„Ich denke wol nicht, werther Herr! Allein Gewiß⸗ heit habe ich nicht! Aber ſie haben ſich im Ganzen zu weit öſtlich der Stadt gezogen, um auch nordweſtlich noch die Punkte beſetzt zu halten. Bei Fiſchament, fünf Stunden von hier ſtromab, iſt das Böhmenheer über die Donau ge⸗ gangen und hat das Gepäck auf der dortigen Inſel gelaſſen, hörte ich die Herren Offiziere hier oben erzählen. Von da iſt Graf Thurn weiter ſtromaufwärts auf dem rechten Ufer vorgerückt, bis Ebersdorf, er hat dort ſein Hauptquartier im landesherrlichen Schloß genommen. Aber auch auf dem linken Ufer, drei Stunden ſtromauf, in Groß⸗Enzersdorf ſollen Mannſchaften ſtehen.“
„Stammen alle dieſe Nachrichten von den Offizieren her, die hier oben waren?“ fragte Tharradel.
„Gewiß“, antwortete Hubert mit wichtiger Miene.
„Habt Ihr auch vielleicht gehört, oder ſelbſt bemerkt, ob die Böhmen Verſtärkung erhalten haben im Lauf des geſtrigen Tages?“ fragte Tharradel weiter.
„Nein, das weiß ich nicht. Das kann auch Niemand wiſſen, denn es war den Tag über ein Marſchiren und Defiliren ſo weit man nur ſehen konnte. Sie beſetzten die Dörfer und rückten wieder aus; ſie drangen in die Vorſtädte ein und zogen ſich wieder zurück. Das ganze Feld diesſeit und jenſeit der Donau war in Bewegung. Ich bin faſt den ganzen Tag hier oben geweſen mit verſchiedentlichen Of⸗ fizieren und vornehmen Herren, die Alles genau beobach⸗ teten. Da war der Herr Graf Trauttmansdorff, der Herr Fürſt Eggenberg, der Obriſt von der Artillerie, wie


