Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Das iſt hier oben in Inſchriften aufbewahrt und in unſern Kirchenbüchern verzeichnet. Auch waren der Türken viel mehr. An die dreimalhunderttauſend, mindeſtens zweihun⸗ dert und funfzigtauſend. Und ſie konnten der Stadt dennoch nichts anhaben! Damals wurde der Thurm hier auch nicht leer, nicht Tag und Nacht, aber es ſtanden andere Leute hier oben als wir und Ihr!

Freilich, daß wir und Ihr nicht hier oben geſtanden haben, läßt ſich allenfalls begreifen, Gevatter, unterbrach ihn Reubner ſpöttiſch, da der herabſetzende Vergleich ihn verdroß.Im Uebrigen denke ich, wir ſind ſo gut Männer wie die damals.

Ueber Euer Gerede, Gevatter, antwortete Hubert, ich habe nichts gegen uns! Zu damaliger Zeit aber, ich habe es noch aus meines ſeligen Großvaters eigenem Munde gehört, als Knabe, denn er war was ich bin und was mein Vater geweſen, Thurmpförtner von Sanct⸗Stephan, ja, was ich ſagen wollte, in damaliger Zeit ſtiegen die Für⸗ ſten und Feldherren hier herauf und Grafen und Herren und Ritter; und Alle beobachteten den Feind und ſeine Kriegsanſtalten! Mein Großvater, Anton Joſeph Hubert, hat manchen Namen aufgezeichnet in ſeinem Kirchenbuch! Ja, ſperrt nur die Augen auf, daß er das konnte! Wir haben Alle ſchreiben gelernt von den geiſtlichen Herren, wir, unſere Aeltern und Großältern und wir Geſchwiſter.

Ihr ſeid wol ein großer Gelehrter, Gevatter, ſpottete Reubner.

Nun, wir ſind nicht Alle wie Ihr vom Kriegsvolk, das blos dreinſchlagen kann mit der Fauſt, mit Kolben und Schwertern. Wir wiſſen die Hände auch anders zu gebrauchen.

Und Euer Großvater hat ſie zum Namenſchreiben ge⸗ braucht?