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nahmen zu, da mit jeden dreißig oder vierzig Stufen eine neue Luft⸗ oder Lichtluke ſich öffnete.
„Wie wir die Schwalben und Sperlinge aus dem Mor⸗ genſchlaf jagen“, hub der redeluſtige Reubner abermals an, als das Gevögel, welches in den Thurmluken oder unter den Geſimſen geniſtet hatte, von den unvermutheten Früh⸗ gäſten geſcheucht, aufflatterte und in ſchwirrenden Kreiſen die Neſter und den Thurm umſchwärmte.„Die Raben ſind auch ſchon früh auf“, ſetzte er hinzu, als ſpäter einige hei⸗ ſere Stimmen dieſer ſchwarzen unglückweiſſagenden Luftbe⸗ wohner ſich vernehmen ließen.
„Nun haben wir die Hälfte“, bemerkte der Pförtner. als ſie einen Abſchnitt der Treppe erreicht hatten.
„Wie viel Stufen noch?“ fragte Reubner.
„Noch über dreihundert.“
Durch einige noch ganz finſtere Quergänge zwiſchen dem
Gebälk des Kirchdachs gelangten die Steigenden jetzt in die obere Thurmhälfte. Nach kurzer Zeit waren ſie am Ziel, der höchſten um die Spitze laufenden Steingalerie, die den Blick ins Freie gewährte.
Scharfer Wind umſauſte die Höhe faſt fünfhundert Fuß über der Stadt. Nacht und Morgenhelle waren im Kampf; das graue Zwielicht ließ indeſſen ſchon ringsum die Grenze des Horizonts erkennen. Unten lag das verworrene Ge⸗ winde der Straßen Wiens, und das verſteinerte Meer der Dächer und Giebel in ſteilen Spitzwellen emporragend. Darüber hinaus ließen ſich die dunklen Umriſſe der Wälle verfolgen, nur hier und da von hervorragenden Thürmen oder Gebäuden unterbrochen. Der Donauſtrom blinkte matt durch die Dämmerung. Zwiſchen ſeinen mehrfachen Armen glimmten im Halbkreis um die Stadt zahlloſe Feuer aus dem Lager Thurn's.
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