Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Bildern erkennen zu laſſen, nur die Flamme blinkte auf dem Firniß und warf einen ſpiegelnden Schein von der Lein⸗ wand zurück.

Hier iſt die Thurmtreppe, ſagte Hubert, indem er ſtilltand und eine enge Thür öffnete, der ſich ſofort eine ſteinerne, eng gewundene Treppe anſchloß.Ich werde mit der Laterne voranſteigen.

Er that es. Langſam und gewiſſermaßen im Takt ſtie⸗ gen die Männer die Treppe hinauf; ihre Schritte und das eintretende ſchwere Athmen tönten bei der tiefen Stille in der Wölbung wider. Im einförmigen Ring wand ſich die Treppe um den Pfeiler, anfangs ohne irgend ein anderes Licht als das, was die Laterne gewährte. Nach einigen Minuten fiel der erſte bleichgraue Schimmer in eine offene Seitenluke. Man hatte die Höhe über den Dächern der um den Platz liegenden Häuſer erreicht und ſah jetzt den grauenden Morgenhimmel.

Hui! Wie der Wind hier ſchon pfeift, murmelte der Pförtner in ſein Tuch und deckte den Mantel über die La⸗ terne, welche ihm der plötzliche durch die Luke eindringende Windſtoß faſt verlöſcht hätte. Die beiden Nachſteigenden wickelten ſich, ſchon von dem Gange erhitzt, tiefer in die Mäntel bei dem kalten Luftzuge.

Das iſt kein Mittel gegen den Zahnſchmerz, ſcherzte Reubner.Und wie das pfeift und heult hier in der Trep⸗ penwölbung! Das Ding iſt ſo hohl und gewunden wie eine Seemuſchel!

Es iſt ſchon längſt im Werke, die Treppe zu verlegen, ſagte Hubert;allein es hat noch am Beſten gefehlt.

Tharradel ſtieg ſchweigend weiter.

Die ſcharfe Zugluft und das hohle Sauſen des Windes