Teil eines Werkes 
2. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Seine Höhe ſoll uns heut willkommen ſein, Reubner, antwortete Tharradel.Doch ich zweifle immer noch, daß der Pförtner uns hinaufläßt.

Seid unbeſorgt, ich kenne meinen Gevatter, er ſchlägt mir's nicht ab, antwortete Reubner;das heißt um dieſe Stunde. Aber mit dem erſten Sonnenſtrahl müſſen wir hinunter, denn es iſt ihm zu ſtreng verboten, Leute hinauf zu laſſen!

Ja, ja! Sie möchten womöglich es würde gar nicht bekannt in der Stadt, daß Thurn draußen lagert, ant⸗ wortete Tharradel.Allein es hilft Alles nichts. Sie müſſen in den herben Apfel beißen. Und ich denke, Graf Thurn wird nicht lange lagern.

Während dieſer Unterredung waren Beide bis an ein altes graues, ſechs Stockwerke hohes die Fenſter im Giebel gar nicht gerechnet ſchmales Haus gelangt, an deſſen Pforte Reubner leiſe mit der Hand anpochte.Ich will nicht den Klopfer nehmen, ſagte er dabei zu Thar⸗ radel;denn ich weiß Hubert erwartet uns und iſt ſchon auf. Es wird ihm lieb ſein, wenn Alles ſo leiſe abgeht als möglich; mir däucht es regt ſich ſchon Jemand drinnen!

Leiſe Schritte näherten ſich von innen der Hausthür. Bald darauf drehte ſich der Schlüſſel in der Pforte und ſie öffnete ſich.

Seid Ihr's, Reubner, fragte ein Kopf, der ſich durch die Spalte der nur halb geöffneten Thür ſteckte.

Ja, und ich bringe den Herrn auch mit, erwiderte dieſer.Können wir hinauf?

Es iſt bei der heiligen Jungfrau eine gar zu gefähr⸗ liche Sache, murmelte der Pförtner.Noch geſtern Abend kam der Bote von der Kriegskanzelei und brachte mir den