Vertheidigungsanſtalten treffen müſſen. Ich kann Euch nur fragen, würdigſte Gräfin, ob Ihr unter dieſen Umſtänden nicht beſſer thätet, ſchleunig nach Prag ſelbſt zurückzu⸗ kehren.“
Eliſabeth war im Augenblick nicht fähig, einen Ent⸗ ſchluß zu faſſen. Sie war zunächſt mit Thereſe beſchäftigt, die ſtill weinend ihr Haupt auf Thekla's Schulter gelehnt hatte. An ihrer Stelle that endlich die Gräfin die Frage: „Wißt Ihr etwas Näheres von den Verluſten, Herr Burg⸗ graf? Euch iſt bekannt, daß der Hauptmann Nechodom ſich in des Grafen Mansfeld nächſter Nähe befindet.“
Loß erwiderte mit Theilnahme für Thereſe:„Leider kann ich über Einzelnes nicht Auskunft geben. Ich weiß nur, daß der Graf Mansfeld ſich, gleich einem gemeinen Reiter fechtend, mit einem Theil ſeiner Leute aufs tapferſte durchgeſchlagen hat. Doch Viele ſind verſprengt, und der größte Theil des Fußvolks iſt in Gefangenſchaft ge⸗ rathen.“
„Graf Mansfeld iſt unbegleitet nach Prag gekom⸗ men?“ fragte die Gräfin, in der Hoffnung, daß Xaver mit ihm ſein könne.
Thereſe erhob das Haupt und ſprach mit ſchmerzlicher Sicherheit:„Xaver iſt nicht mit ihm; ſonſt hätte er mir ſchon Botſchaft geſendet!“
Loß wandte ſich von dieſem Gegenſtand des Schmerzes und der Sorge ab, indem er zur Gräfin ſagte:„Ich werde Eure Befehle abwarten, gnädigſte Frau. Heut ſind wir, denke ich, noch ganz ſicher und der Straße nach Prag völlig Herr. Was in den nächſten Tagen geſchieht, kann ich nicht wiſſen. Dies möge Euren Entſchluß beſtimmen. Geſtattet mir, Euch jetzt zu verlaſſen. Ich will ſogleich mit dieſen Herren“— er deutete auf den Wachthauptmann
.


