Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Frauen gingen ihm daher ſogleich entgegen. Es überraſchte ſie, daß er ihnen ſchon aus dem Vorhof und mit raſcherem Schritt als gewöhnlich entgegentrat, zumal da ihm der Hauptmann der Burgwacht und einige andere Leute auf dem Fuße folgten. Als er näher kam, ſah man ſeinem Weſen eine ungewöhnliche Unruhe an.

Seid beſtens begrüßt, Herr Burggraf, redete ihn Eli⸗ ſabeth an;bringt Ihr uns Neues?

Nichts Erfreuliches, würdigſte Frau, erwiderte er mit ernſtem Ton.

Nachrichten von Thurn? flog die beſtürzte Frage von den Lippen der Gräfin.

Nein, von Eurem Gemahl nicht, antwortete der Burg⸗ graf; aber Graf Mansfeld iſt geſtern in Prag eingetroffen. Er ſtockte; die Blicke der drei Frauen hingen fragend an ſeinen Zügen. Endlich ſprach er mit Selbſtüberwindung: Er iſt von Boucquoi mit überlegener Kraft angegriffen, geſchlagen und ſein ganzes Corps zerſprengt worden.

O Gott! rief Thereſe aus und that einen wankenden Schritt. Thekla ſchlang den Arm um ſie.

Die Gräfin fragte in äußerſter Unruhe:Wißt Ihr Näheres, Herr Burggraf? Habt Ihr den Grafen Mans⸗ feld ſelbſt geſprochen? Die Frage nach Naver ſchwebte auf ihren Lippen, doch ſie wagte ſie nicht auszuſprechen.

Ich kann Euch nicht verhehlen, gnädigſte Gräfin, entgegnete Loß,daß die Folgen der unglücklichen Schlacht ſehr ernſte ſein können. Graf Mansfeld hat uns darauf vorbereitet, daß Boucquoi und Dampierre na, gegen Prag vordringen könnten.

Wäre es möglich? rief die Gräfin erblaffend⸗ Karlsſtein hat mithin gleichfalls Urſache, auf der Hut zu ſein, fuhr der Burggraf fort.Ich werde ſorgfältige