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und lag lebendig mitten unter den Todten. Endlich wurde die Bahn etwas freier; ich kam auf Stellen, wo keine Todten lagen.“
„Wer weiß, ob wir nicht im Dunkeln aneinander vorübergeſtreift ſind“, fiel die Mutter ein;„denn wir ſuchten dich unter den Todten die halbe Nacht.“
„Ich glaube kaum, Mutter; denn weil ich mich fürch⸗ tete, unter die Soldaten zu gerathen, ging ich immer wei⸗ ter ab von dem Schlachtfelde, wol eine Stunde darüber hinaus, gegen Thein zu. Dann wandte ich mich in den Wald rechts, ging am Fluſſe hinauf nach Netolitz zu, bis an die Furt bei Joachimsthal. Dort watete ich durch, und kam von hinterwärts hierher wieder zurück!“
„Das war ſchlau! Das war richtig gemacht, Bube“, rief der Köhler, erfreut über die gewandte Beſonnenheit des Knaben.
„Es kann uns indeſſen noch manches Gefährliche be⸗ gegnen“, fügte er vorſichtig hinzu;„das Kriegsvolk ſtreift gewiß noch viel umher. Höre du, Mutter, und Valentin, wenn Leute hier hereinkommen, ſo iſt das“— er deutete auf aver—„dein kranker Bruder, der im Bett liegt.“
„„Welche Noth und Gefahr kann ich über euch bringen, ihr wackern Leute“, ſagte aver.
„Gottes Barmherzigkeit wird uns ſchützen, wie ſie uns jetzt gerettet hat“, antwortete die Köhlerfrau, und ihr Blick hing in ſtummer Glückſeligkeit an den Zügen ihres friſchen, unſchuldigen Knaben, der ſo rein und dankbar aus ſeinen braunen Augen zu Gott aufſchaute.
In dieſem Augenblicke zitterte ein goldener Schimmer durch das ärmliche Gemach. Es war die aufgehende Sonne, deren erſte Strahlen durch die Tannenzweige des Waldes blitzten und in die Fenſter fielen. In der Mauerniſche


