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Xaver hörte dieſe Erzählungen mit der höchſten Span⸗ nung an.„Sollten ſie“, ſagte er,„ſo treulos ſein, eine ehrliche Kriegscapitulation nicht zu halten, auf die ſich tapfere Soldaten ergeben? Das wäre ja wider alles Völ⸗ kerrecht und Kriegsgebrauch!“
„Was Völkerrecht, was Kriegsgebrauch!“ erwiderte heftig der Köhler.„Der wahre Kriegsgebrauch iſt: der Stärkere thut was er will. Das ſehen wir leider Gottes alle Tage!“
„Allein wie haſt du dich endlich retten können, mein Sohn?“ fragte Wlaſta.
„Nachdem es ganz dunkel und ſtill geworden war, wagte ich mich von meinem Baume herunter. Ich zit⸗ terte jetzt vor Froſt, denn es war gegen Abend ein Ge⸗ witter gekommen und der Regen hatte mich bis auf die Haut durchnäßt. Als ich wieder auf feſtem Boden ſtand, ſank ich auf meine Knie und dankte Gott, und betete in⸗ brünſtig, er möge mir ferner beiſtehen!“
„Drum hat er dich auch in unſere Arme zurückgeführt, du frommes Kind“, rief die Mutter in dankbaren Thränen.
„Es war aber ein ſchauriger Weg, Mutter!“ entgeg⸗ nete der Knabe.„Dichte Finſterniß umher; der Mond war noch nicht herauf und der Himmel ganz ſchwarz umzogen. Zwar glimmte in Groß⸗Lasken noch das Feuer; ich ſah immer noch Flammen aus dem Schutt aufſchlagen und zwiſchen den Mauern lebendige Kohlenglut. Aber das leuchtete nicht bis ins Feld hinüber. Ich wußte dadurch nur, welche Richtung ich zu nehmen hatte. Dicht um mich her war finſtere Nacht. Bei jedem Schritt ſtieß ich an eine Leiche! Oder es winſelte neben mir und ächzte; Einige wälzten ſich noch am Boden. Gerade um meine Linde her war der Kampf am wüthendſten geweſen. Mehrmals fiel ich


