Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ja, ſolche Kurzweil treibt das frevleriſche Volk! rief der Köhler, der bisher mit weit aufgeriſſenen Augen ſtarr der Erzählung ſeines Sohnes zugehört hatte.In Budweis ſelbſt haben die Kroaten aus dem Fenſter die Schulkinder niedergeſchoſſen, und ſich todtlachen wollen über die Burzel⸗ bäume, die ſo ein armes Würmchen von acht oder zehn Jahren ſchlug, wenn es das Blei im Leibe fühlte!

Die Frau legte beide Hände vor die Augen, als der Mann dieſes Gräuels gedachte.

Ich wußte das, fuhr Valentin fort,darum hielt ich mich ſo verſteckt. Sehen aber konnte ich Alles, und hören was unter dem Baume geſprochen wurde. Es warfen ſich ein paar Offiziere auf den Raſen, um im Schatten meines Baumes auszuruhen. Sie ſprachen über die Schlacht. Da hörte ich denn, daß die Kaiſerlichen Alles gewonnen hätten, und daß es der General Mansfeld ſei, der ſich geflüchtet habe mit der Cavalerie. Sie ſprachen auch von den Ge⸗ fangenen und der Capitulation. Sie haben ihnen verſpro⸗ chen, gegen einen Monat Sold ſollen ſich Alle ranzioniren dürfen. Aber man wird ihnen nicht Wort halten. Mit Speck fängt man Mäuſey, ſagte der Eine. Jetzt haben wir ſie! Sie müſſen Alle kaiſerliche Dienſte nehmen. Ich laſſe ſie einſperren und hungern und durſten, bis ſie ein⸗ treten!y*)

Ja, ja, ſo machen ſie's, bekräftigte der Köhler;wir haben ja ſelbſt geſehen, wie ſie ſie in den Ställen zuſam⸗ mengepfercht haben, daß ein Menſch nicht ſechs Stunden in der Hitze und Qual aushalten kann, ohne umzukom⸗ men!

*) Hiſtoriſch.