Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ich dachte, fuhr Valentin fort,der ganze Baum müßte zuſammenbrechen, ſo krachte es; allein er ſtand feſt und ich blieb unverſehrt. Nun kam aber das Schrecklichſte! Die Kaiſerlichen hatten Brandkugeln in Groß⸗Lasken hinein⸗ geworfen. Ich ſah, wie zuerſt ein Scheuerdach in Flammen aufging; dann faßte das Feuer die ganze Reihe der Häu⸗ ſer, Ställe, Scheuern, die unterm Wind ſtanden; bald brannte der halbe Flecken, und der Wind jagte Rauch und Flammen zu mir herüber, ſo dicht, Mutter, daß oft der Baum bis hoch über den Wipfel im Rauche ſtand und die Funken und glühenden Kohlen um mich herflogen. Und dabei der Lärm unter mir, und ringsum das Geſchrei, das Raſ⸗ ſeln und Schnauben der Pferde, die Trommeln und Trom⸗ peten, der Kanonendonner.... Ich begreife es noch nicht, daß ich nicht alle Beſinnung verloren habe! Nachmittag, es mußte, wie die Sonne ſtand, gegen vier oder fünf Uhr ſein, war die Schlacht zu Ende. Zuletzt hatten ſie ſich noch dicht vor der Stadt bei den Gärten, wo Martin Stef⸗ faneck wohnt, geſchlagen. Dann wurde es ſtill. Ich ſah die Gefangenen abführen; es war meiſt Fußvolk. Die Reiter hatten ſich ſchon zwei Stunden zuvor durchgeſchlagen, das habe ich auch geſehen, auf der Straße nach Thein; ich konnte ſie mit den Augen verfolgen, bis ſie im Walde verſchwanden. Jetzt dachte ich daran, herabzuklettern. Ich kam faſt um vor Durſt; es war auch eine glühende Hitze den Tag über, mir vertrocknete meine Zunge faſt; Hunger hatte ich auch. Allein ich beſorgte, ſie möchten mich wieder mitſchleppen, wer weiß zu welchem Dienſt. Und die Soldaten trieben ſich auf dem ganzen Felde umher, oft dicht unter meinem Baume hin. Ich verkroch mich dicht ins Laub, daß Niemand mich ſah, denn ſonſt hätte mich vielleicht Einer blos zum Spaß her⸗ untergeſchoſſen!