Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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die Trompeten ſchmetterten; das Musketenfeuer knatterte, die Kanonen donnerten! Mir zitterte das Herz. In einer Viertelſtunde war das ganze Feld, ſo weit ich ſehen konnte, in Staub und Rauch gehüllt. Die Blitze der Kanonen und Gewehre zuckten überall aus den ſchwarzen Wolken. Die Reiter jagten wie der Sturmwind über's Feld, daß der Boden dröhnte. Das Fußvolk rückte geſchloſſen an und ſtürzte mit fürchterlichem Geſchrei aufeinander. Sie würg⸗ ten ſich dicht vor meinen Augen, unter meinen Füßen. Ich hörte das Geſchrei der Verwundeten. Die Reiter hieben ein; die Lanzenknechte ſtachen ſie von den Pferden! Kugeln pfiffen und ſauſten dicht an mir hin. Es war ein Grau⸗ ſen, das mit anzuſehen!

Des Knaben Augen leuchteten während dieſer Erzäh⸗ lung; ſeine Wangen flammten von dunklem Roth.

Mein Sohn, mein Sohn, rief die Mutter,welche Angſt mußt du ausgeſtanden haben! Du haſt doch deinen Vater im Himmel nicht vergeſſen, ſondern zu ihm ge⸗ betet?

Ja, Mutter, das habe ich! Und Hülfe war Noth! rief der Knabe.Der Kampf wurde immer wilder, das Feuer immer heftiger. Als die Kaiſerlichen die Berghöhen bei Groß⸗Lasken beſetzten, feuerten ſie ſo mit ſchweren Stücken gerade nach der Gegend hin, wo ich auf meinem Baume ſaß, daß die Kugeln immer dicht an mir vorbeiſauſten. Vater! es heult in den Lüften, wenn ſo eine Stückkugel fliegt, wie nimmermehr Nachts der Sturm hier im Walde heult! Und einige ſchlugen in den Baum und ſchmetterten die Aeſte herunter, daß die Blätter aufwirbelten und die Holzſtücke zu mir heraufflogen....

O mein Gott! rief die Köhlerfrau und faßte krampf⸗ haft den Sohn an.