Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Bei dieſen Worten ſchnitt er den Strick, mit dem ich an ſeinen Bügel gebunden war, mit dem Schwert entzwei, gab mir einen Fußſtoß, daß ich zu Boden ſtürzte, und rief: «Jetzt lauf, Haſe, oder wir ſetzen über dich weg!» Er hatte das Wort noch nicht zu Ende geſprochen, als ſchon die Reiter, die ihm in vollem Galopp folgten, über mich hin⸗ ſprengten!

Die Mutter erblaßte.Mein Valentin! rief ſie aus und legte die zitternden Hände auf ſein Haupt.

Gott und die Heiligen haben mich in Schutz genom⸗ men, fuhr der Knabe fort;ich war in eine kleine Ver⸗ tiefung geſtürzt und die Reiter ſetzten darüber weg. Aber Kies und Sand flog über mich hin, und etliche Hufſchläge erhielt ich doch. Als ich halb betäubt vor Schreck und halb blind von Erde und Staub, die mir ins Geſicht ge⸗ flogen waren, mich wieder aufrichtete, war das Feld frei. Ich raffte mich raſch empor. Aber wohin nun fliehen? Rings umher Soldaten. Hier Kaiſerliche, drüben die Mans⸗ felder. Immer mehr Truppen rückten aus dem Walde vor, daß ich nicht zurück konnte. Links und rechts marſchirten ſie, Reiter und Lanzenknechte; ich war mitten im Getümmel. Da ſah ich einen Baum, eine Linde, etliche Hundert Schritte vor mir auf freiem Felde. Dahin lief ich; ich dachte, der Stamm kann dich wenigſtens ſchützen, daß ſie dich nicht niederreiten. Glücklich gelangte ich dahin, aber in Sicher⸗ heit war ich nicht, denn rings umher fing das Gefecht an. Der Stamm war zu dick, um hinaufzukommen; doch es ge⸗ lang mir, einen weit übergeſtreckten Zweig zu faſſen, ich zog mich daran auf und kletterte dann bis in die Sypitze. Mutter, Vater! Was ich dort erlebte, das werde ich nie⸗ mals vergeſſen! Kaum war ich oben, ſo ging das Ge⸗ tümmel von allen Seiten los. Die Trommeln wirbelten,