Aber biſt du hungerig, biſt du durſtig? Willſt du ausruhen?“ unterbrach ſie ſich ſelbſt mit haſtigen Fragen.
„Ja, Mutter, gib mir zu eſſen und zu trinken!“ bat Valentin;„dann will ich euch Alles erzählen. Aber wer iſt denn das?“ fragte er halb laut und erſtaunt, indem ſein Blick auf Paver verweilte.
Der Vater gab ihm Auskunft; die Mutter brachte Brot und heiße Milch, das ſchnell bereitete Frühſtück. Sie ſetzten ſich alle Drei um den ſchweren eichenen Tiſch, und Valentin erzählte:
„Die Reiter, die mich mitnahmen, banden mich an den Steigbügel des Hauptmanns. Unten an der Furt mußte ich voran, mit dem Hauptmann hindurch. Das Waſſer iſt doch hoch, es ging mir bis über die Bruſt. Sie glaubten ſchon, ich hätte ſie falſch geführt, und der wilde Hauptmann ſchwang das Schwert über meinem Kopfe....“
Die Mutter machte eine Bewegung des Schreckens.
„Allein wir kamen glücklich hinüber. Nun bat ich, ſie möchten mich loslaſſen. Ich ſollte ſie aber erſt noch ein Stück führen, den beſten Weg über die Wieſen hin auf die Hügel bei der Mühle. Es ging in vollem Trabe; ich mußte mit fort in der glühenden Hitze. Doch, ſowie wir oben auf der Höhe waren, wo ich frei zu werden dachte, ſchoſſen ſie von drüben mit den ſchweren Stücken auf uns und die Kugeln ſchlugen fürchterlich in unſere Reihen ein.“
„Und ich habe dich lebendig wieder!“ rief die Köhler⸗ frau und küßte ihren Sohn abermals.
„Ich war todeserſchreckt und flehte den Hauptmann, mich loszulaſſen. Der verhöhnte mich aber und ſchrie mich an:«Wenn mein Pferd dich nur nicht ſchleppen müßte, ſo ſollteſt du mir zum Gaudium den Tanz mitmachen; ich hätte
meinen Spaß an deinem Gewinſel. So magſt du laufen!» 8**


