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„Vater! Mutter!“ unterbrach eine helle Stimme draußen ihre Worte, und zugleich pochte es an den kleinen in Blei gefaßten Fenſterſcheiben.
„Heiliger Gott“, rief die Frau und ſank beinahe in die Knie:„unſer Valentin! Mein lieber Sohn!“ 4
„Valentin!“ rief gleichzeitig der Köhler, flog ans Fenſter und riß es auf.„Valentin! Valentin!“ wiederholte er freu⸗ dig, als er den Knaben draußen ſah, und eilte zur Haus⸗ thür, um ſie zu öffnen. In fliegender Haſt riß er die Riegel zurück, mit denen er ſie ſorgfältig verwahrt hatte.
Die Mutter, von der jähen Freude überwältigt, ſtand zitternd, faltete die Hände über der Bruſt, ſchluchzte— wollte beten, doch ſie vermochte kein Wort über die bebenden Lippen zu bringen.
Jetzt flog die Stubenthür auf, und ein ſchlanker Knabe von kaum ſechzehn Jahren, mit lang herabwallendem, brau⸗ nem Lockenhaar, ſtürzte herein und hing am Halſe der wei⸗ nenden Mutter. Sie hielt ihn feſt in unauflöslicher Um⸗ armung und herzte ihn mit Küſſen und in Thränen.
Es war ein Augenblick heiliger Erhebung für Xaver, der matt, aber in tiefſter Rührung, von ſeinem Kranken⸗ lager alle dieſe Vorgänge ſah.
„Das iſt Gottes Lohn für Alles, was ihr an mir ge⸗ than“, ſagte er endlich aus innerſter Empfindung, indem er dem Köhler die Hand dankend hinreichte, der ſie herzlich und freudig ſchüttelte.
„Nun hat alle Noth ein Ende“, rief der rauhe Mann mit derbem, aber herzlichem Ton aus.„Aber, Valentin, erzähle, wie iſt dir's ergangen!“ wandte er ſich zu dem Sohne.„Wir haben dich geſucht die ganze Nacht auf dem Schlachtfelde!“
„Ja, mein lieber Sohn“, bat die Mutter,„erzähle!—


