Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Wir ſuchen ihn hier auf dem Schlachtfelde. Er iſt unſer einziges Kind. Die Kaiſerlichen drangen in unſere Hütte; ich war allein; ſie riſſen ihn von mir und zwangen ihn, Wegweiſer durch die Furt zu ſein. Das war um zwölf Uhr Mittags und er iſt uns nicht zurückgekehrt. Nun ſuchen wir nach ihm unter den Todten! Aber ver⸗ geblich ſeit drei Stunden! Sie fing bitterlich an zu weinen.

Und dieſer unglücklichen, liebenden Mutter that mein Argwohn ſo ſchweres Unrecht, dachte Xaver.

Das Tageslicht wird Euch helfen ihn finden, wenn er hier ſein ſollte, ſagte er tröſtend zu der Bekümmerten; aber er wird nicht todt ſein. Was hätte er in der Schlacht geſollt? Nachdem er den Weg gezeigt, wird er zurückgekehrt ſein, nur daß er in dem Gedränge und Getümmel nicht nach Eurer Wohnung gelangen konnte!

Die Nähe eines hülfreichen Weſens, die Hoffnung der Rettung hatte Xaver's Lebenskraft erweckt; er fühlte ſich ſtärker, als er vor einigen Augenblicken gemeint hatte, wo er nur mühſam ein Wort zu ſprechen vermochte. Dennoch koſtete das Sprechen ihm noch große Anſtrengung.

Ach, gebe uns Gott die Freude! ſeufzte die gram⸗ erfüllte Mutter, und als wolle ſie ſich die Gnade Gottes durch ein gutes Werk erwerben, ſuchte ſie Taver Hülfe zu leiſten, ſoviel ihr möglich war. Sie löſte ſeinen Harniſch, wiſchte ihm das Blut vorſichtig mit einem Tuche von der Stirn, und verband dann die klaffende, aber glücklicherweiſe nicht tiefe Wunde damit.

Der Mann kam zurück, mit dem Helm voll friſchen Waſſers.Hier, trinkt! ſprach er und hielt Xaver den Helm an die Lippen.

Dieſer löſchte begierig den brennenden Durſt. Es war