Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Wer ſeid Ihr? fragte der Mann, der nun gleichfalls näher getreten war, mit rauhem Ton.

Ein ſchwer Verwundeter, ein halb Sterbender; das ſei Euch genug, wenn Ihr mir helfen wollt! antwortete Xaver mit matter Stimme und geringer Hoffnung, da die finſtere Anrede des Mannes ihm nichts Gutes weiſſagte.

Boleslav, ſprach die Frau in wehmüthigem Ton, wir wollen ihm Hülfe leiſten, wenn wir können, mag er auch ein Kaiſerlicher ſein! Wir wollen uns nicht verſündi⸗ gen, damit der Himmel uns unſer Kind wiederfinden laſſe!

Ihr braucht Eurem Zorn nicht Gewalt anzuthun, ſagte Xaver jetzt ermuthigt,ich bin kein Kriegsmann des Kaiſers. Ein Böhme, der für ſein Vaterland kämpft! Ich bin ſchwer verwundet; gebt mir einen Tropfen Waſſer, ich verdurſte faſt.

Waſſer? fragte die Frau mitleidig,wir haben kei⸗ nen Trunk bei uns!

Ich könnte drüben im Bach ſchöpfen, fiel der Mann ein.Ich werde Euch in Eurem Helm Waſſer bringen! Er beugte ſich nieder und löſte die Riemen von Xaver's Helm, der ihm, vom Kopf gefallen, beſchwerend im Nacken hing.

Habt Dank, ſagte er matt.Gott, du biſt gnädig und ſendeſt mir Hülfe und Troſt in großer Noth, ſetzte er gerührt hinzu und blickte fromm gen Himmel auf, zu den Sternen, die einzeln, bleich zwiſchen den Wolken ſchim⸗ merten.

Der Mann eillte fort. Die Frau ſetzte ſich mitleidig zu Xaver und nahm ſeinen Kopf in ihren Schoos.

Gott, wie Ihr mit Blut bedeckt ſeid! bemerkte ſie ſchaudernd.Ach, wenn ich meinen Sohn ſo fände!

Euren Sohn? fragte Xaver.

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