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ſah ſich jetzt rings unter Leichen, oder ſo ſchwer Verwun⸗ deten, daß Keiner ein wahrnehmbares Zeichen des Lebens von ſich gab. Mühſam beſann er ſich auf Das, was mit ihm geſchehen war. Doch wie lange er betäubt gelegen, ob ſchon Tage oder nur Stunden darüber vergangen ſeien, wie das Schickſal der Schlacht ſich entſchieden, davon wußte er nichts. Mit äußerſter Anſtrengung ſeiner Kräfte richtete er ſich etwas empor, und ſah ſtaunend umher. So weit hatte er ſeine Beſinnung und den Faden ſeiner Erlebniſſe wieder gewonnen, um zu erkennen, daß er auf dem Schlacht⸗ felde ſelbſt liege. Ein todtes Pferd, dicht neben ihm hin⸗ geſtreckt, einige Leichname, die der bleiche Mondſchimmer ihm als ſolche zuerſt erkennen ließ, der Blutgeruch, der ihn ſchaudernd anwehte, überzeugten ihn davon. Die matt ſchimmernde Glut in den Mauern des Fleckens, der brandige Geruch, der bis zu ihm hinüberzog, lehrten ihn das Schickſal kennen, das den Ort betroffen hatte. Stau⸗ nend, mit unheimlichem Schauer weilten ſeine Blicke auf den beiden dunkeln Geſtalten, die ſich unfern von ihm bewegten. Sie gingen wechſelnd hin und her, beugten ſich nieder, hoben Gegenſtände empor, und ließen ſie wieder ſinken; auch ihre murmelnden Stimmen vernahm Xaver, doch nicht was ſie ſprachen.„Gewiß von den Unſeligen“, dachte er, „welche die fühlloſe Habgier auf die noch von friſchem Blut dampfenden Schlachtfelder treibt, um bei den Leichen, ja auch bei den noch Lebenden, aber Hülfloſen, nach Beute zu ſpähen!“ Ein Schauder überfiel ihn. Er wußte, daß dieſe ſtumpfe Gier kein menſchliches Gefühl kennt, ſondern nur nach Raub lechzt, und des flehenden Jammers nicht achtet, wo nur der kleinſte Gewinn zu erreichen iſt! Er wußte, daß ſie erbarmungslos den vor Froſt Zitternden entkleidet und nackt der tödtenden Kälte preisgibt, daß ſie, um den Rellſtab, Drei Jahre. II. 1. 8


