Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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in der Ueberraſchung engliſch:Ich habe geglaubt, nichts übertreffe Eure Tapferkeit, allein Eure Schmeichelei iſt viel größer..

Da der Herzog nicht Engliſch verſtand, überſetzte ihm eine der Damen das Wort der Kurfürſtin. Er erwiderte ebenſo überraſcht deutſch:Sagen Sie der Kurfürſtin auf engliſch:«Wenn ſie dieſe Meinung von der Größe meiner Tapferkeit aus dem Worte entnimmt, was ich eben geſpro⸗ chen, ſo muß ſie mich für einen Feigling halten.

Die Dame lächelte und überſetzte; Eliſabeth verzog die feine, anmuthige Lippe gleichfalls zu einem Lächeln, wobei ſie zugleich mit dem Finger drohte. Man merkte es in⸗ deſſen der Drohung an, daß ſie nicht allzu ernſtlich war, und der Fürſtin die galante Wendung ſehr wohl zu be⸗ hagen ſchien; ſie fand es auch angenehm, ſich durch einen Dolmetſch mit dem Herzog zu unterhalten. Daher erwiderte ſie abermals engliſch:Sagen Sie dem Herzog, wir woll⸗ ten Frieden ſchließen, und ich wolle ihm zugeben, daß er ebenſo tapfer als galant ſei.

Der Herzog war nicht unzufrieden mit dem Vertrag und antwortete ſich verbeugend:Darf ich den Frieden be⸗ ſiegeln? Dabei faßte er dreiſt die weiße Hand der Kur⸗ fürſtin, die eben einen Handſchuh ausgezogen hatte und da⸗ mit ſpielte, und drückte ihr einen feurigen Kuß darauf. Und nicht das allein, ſondern er drückte ihr auch die Hand ſelbſt ſo warm, daß die Fürſtin erſchreckte und erröthete und be⸗ troffen ein wenig zurücktrat. In dieſem Augenblick erhob ſich ein Lüftchen, der leichte Handſchuh entfiel ihr, und da ſie dicht am Rande des Altans ſtand, flog er über den⸗ ſelben hinab.Ach! rief ſie kurz, und wandte ſich um; der kleine Zufall verbarg ihre Bewegung, indem das Er⸗ röthen und Zurücktreten als eine Folge deſſelben erſchien.