Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Graf Erbach drängte ſich haſtig durch den Kreis, der

die Kurfürſtin umgab, um ihr ſeinen Glückwunſch darzu⸗ bringen; Camerarius und Scaltetus thaten desgleichen.

Nun erſt wurde der Vorfall unter den Anweſenden, die nicht auf der Jagd geweſen waren, bekannt, und die Für⸗ ſtin ſah ſich von Theilnehmenden und Glückwünſchenden dicht umringt.

Während ſie bald franzöſiſch, bald engliſch, einige mal auch in gebrochenem Deutſch dankte und freundliche Worte ſprach, war der Herzog Chriſtian gleichfalls von Cavalieren umringt, die ihm bewundernde Lobſprüche ſpendeten. Er rief ſcherzhaft faſt übermüthig aus:Ihr macht zu viel aus der Kleinigkeit, ihr Herren! Es war ein Jagdvorfall, wie ſie alle Augenblicke vorkommen. Der Hauptglücksfall war, daß mir ein Riemen am Sattelgurt geriſſen war, denn ſonſt wäre ich nicht ſo weit hinter der Jagd zurückgeblieben und hätte nicht auf meinen beiden Füßen geſtanden, um gleich feuern zu können. Der Wolf kam mir gerade ſchuß⸗ recht, und ſo ſtreckte ich ihn natürlich nieder; zwar dicht bei der Frau Kurfürſtin; allein ich kann mich auf mein Gewehr verlaſſen. Der Schuß machte das Pferd ſcheu, es ſtutzte, und jeder Stallbube hätte es auffangen können. Ich wollte, ich hätte mehr zu wagen für eine ſo ſchöne Fürſtin, ſetzte er mit dreiſter Galanterie hinzu und wandte ſich wieder zu dieſer.

Je vous dois la vie, ce qui est certainement beau- coup, ſagte die Fürſtin zu ihm.

Et je vous devrai toujours le bonheur de ma vie, voilà ce qui est certainement beaucoup plus, antwortete der Fürſt, indem er ihr die Hand küßte.

Iſt der Prinz ein ſo guter Schütz? fragte Camera⸗ rius den Herrn von Steklenberg, der neben ihm ſtand.