Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Als die Herren, welche bei der Jagd geweſen waren, dem fürſtlichen Paare folgend, nach und nach auf dem Altan erſchienen, bemerkte man, daß ſie Alle mit irgend etwas ſehr lebhaft beſchäftigt ſein mußten, denn ſie ſprachen eifrig miteinander und deuteten oftmals auf den Herzog und die Kurfürſtin hin, die inzwiſchen weiter vorgetreten waren und die Grüße der Anweſenden durch Anreden der Angeſehe⸗ nern erwiderten.

Es muß etwas Beſonderes vorgefallen ſein, flüſterte Camerarius dem Hofprediger zu;was mag es nur ſein? Indem drängte ſich der Graf Erbach mit wichtiger Miene zu ihnen.Wißt Ihr ſchon, was vorgefallen iſt, Herr Rath? Die Frau Kurfürſtin iſt in großer Gefahr geweſen. Der Herzog von Braunſchweig hat ſie gerettet!

Ei, um des Himmels Willen, wie das?Was i*ſt geſchehen? fragten Scultetus und Camerarius wie aus Einem Munde.

Sie war der Jagd von ferne gefolgt, erzählte Graf Erbach;ein angeſchoſſener Wolf brach unvermuthet aus dem Dickicht und ſprang in wilden Sätzen auf ihr Pferd zu; das Thier ſcheut, bäumt ſich, jagt mit ihr da⸗ von; der Wolf nach. In dem Aungenblick fällt ein Schuß, der Wolf ſtürzt und gleich darauf ſpringt der Herzog von Braunſchweig aus dem Gebüſch, fällt dem Pferde, obwol es in vollem Laufe dahinjagt, verwegen in die Zügel, wird erſt geſchleift, bringt es aber doch zum Stehen, und rettet ſo die Frau Kurfürſtin, die ohne dies vielleicht ver⸗ loren geweſen wäre!

Mein Gott, welch ein Glück und Unglück zugleich! rief Camerarius aus. 3

Das war des Himmels ſchützende Hand, ſprach Sculte⸗ tus gleichzeitig mit Salbung und erhob das Auge gen Himmel.