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mit ſchönen, funkelnden Bechern geſchmückt, gaſtlich zum Mahle lud und eine heitere Stunde verſprach in der ſchwer ernſten Zeit.
Zweites Capitel.
Auf dem Altan des heidelberger Schloſſes war eine große Tafel gedeckt. Die Diener in reichgeſtickten Livreen waren noch geſchäftig, dieſelbe mit Blumengefäßen und präch⸗ tigen goldenen und ſilbernen Trinkgeſchirren zu ſchmücken, als von der Seite der Kapelle her, die ſich in dem großen Hauptbau des Schloſſes hinter dem Altan befand, zwei Herren in feſtlicher Kleidung auf denſelben hinaustraten. Es waren der Rath Camerarius und Wenzel von Budowa.
„Wir werden vielleicht noch einige Zeit Geduld haben
müſſen, würdigſter Herr Kanzler“, begann Camerarius.
„Wenn unſere Herrſchaften auf der. Jagd ſind, vergeſſen ſie oft die Tiſchzeit darüber!“
„Ich wüßte nicht, daß man in angenehmerer Geſell⸗ ſchaft und an einem reizendern Orte ſeine Zeit zubringen könnte“, erwiderte der Kanzler verbindlich.
„Ja, das Schloß zu Heidelberg iſt mit Recht weit be⸗ rühmt“, entgegnete der Rath,„und dieſer Altan bildet einen ſeiner ſchönſten Theile. Wir werden heut wol über funfzig Gäſte bei der Tafel ſein, und Ihr ſeht, daß der Raum groß genug iſt für zwei mal ſo viele!“
„Und welch eine herrliche Ausſicht!“ ſetzte der böhmi⸗ ſche Gaſt hinzu.


