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gelegenheit nicht hoffen! Allein werdet Ihr mir entgegen ſein?“
„Herr Kanzler“, antwortete Rippell und erwiderte den warmen Händedruck,„wenn ich in ſo wichtiger Sache nicht für Euch ſein kann, muß ich Euch nicht entgegen ſein? Ich glaube, Ihr ſelbſt wählt und handelt nicht zu Eurem Beſten, und ich ſollte ſchweigen, wenn ich ſähe, daß mein eigener theurer Fürſt ſich in Gefahr und Unheil ſtürzen wollte? Ich kann ihm nicht zu Dem rathen, was Ihr be⸗ gehrt, ich muß, ich werde ihm abrathen; allein ich werde ihm gehorchen und ihm getreu dienen bis zum Tode, wenn er anders beſchließt, als ich für gut halte!“
„Ihr ſeid ein redlicher Mann!“ erwiderte der Kanzler und drückte ihm die Hand.
Ein leiſes Pochen an die Thür unterbrach das Geſpräch. Auf des Raths„Herein“ trat ſeine Tochter ein. Ihr Ant⸗ litz ſtrahlte fröhlich und mit ebenſo fröhlicher Stimme rief ſie:„Vater, haſt du den Kurfürſten geſehen? Eben ritt er hier vorüber!“
freundlich,„allein wenn du uns dazu auffordern wollteſt, hätteſt du früher kommen müſſen!“
„Das wollte ich nicht“, erwiderte ſie in heiterer Un⸗ befangenheit,„meine Frage überraſchte mich nur ſo, weil ich noch ganz voll Freude bin. Ich kam nur, um zu fra⸗ gen, ob du nicht jetzt mit dem fremden Herrn zum Abend⸗ eſſen kommen möchteſt? Der Tiſch iſt bereit.“
„Ihr ſeid doch unſer Gaſt, werther Herr?“ wandte ſich der Rath zu Budowa.
„Entſchuldigt mich“, bat dieſer,„ich muß noch zum Rath Camerarius!“.
„Ich rathe Ench, laßt das heut“, ſagte Rippell gut⸗
„Wir haben ihn geſehen, Kind“, erwiderte der Vater


