Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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nicht Der, der uns Troſt und Hoffnung gibt im Unglück meines Vaterlandes!

Das Unglück deſſelben geht mir ans Herz wie Euch, Herr Kanzler, entgegnete der Rath erſchüttert;allein ich fürchte, Ihr vergrößert es, ſtatt es zu heilen!

O, Ihr kennt unſere ſchreckenvolle Lage nicht! rief Budowa aus.Wie es überall, wo alte Einrichtungen ſinken, alte Bande gelöſt werden, Leute gibt, die ſich jeg⸗ lichen Geſetzes, jeglicher Pflicht erledigen, ſo gibt es auch bei uns jetzt Viele, die in geſetzloſer Willkür verwegen nach Allem greifen möchten! Schon iſt in Einzelnen der Ge⸗ danke aufgetaucht, Böhmen zu einer freien Republik um⸗ zuſchaffen! Der Thron iſt einmal ledig, heißt es; doch es gibt Ehrgeizige und Mächtige, es gibt Abenteurer, die den leeren Platz einnehmen möchten! Sie reden von der ſüßen Freiheit; das heißt ſie möchten die ſüße Herrſchaft üben!

Gott beſchirme euch vor dem Unheil, wo eine ehr⸗ ſüchtige Begierde die andere bekämpft, weil jede gleiches Anrecht zu haben meint! unterbrach der Rath den Kanzler.

Nur ein neuer König, der an die Stelle des alten tritt, kann uns vor dieſen Schrecken behüten! Nur Einer, der ſo hoch in Macht und Anſehen ſteht, daß ſich ihm Alle beugen müſſen! Und.... Böhmen kann von keinem katho⸗ liſchen Fürſten mehr beherrſcht werden!

Leander Rippell ging unruhig im Gemach auf und nieder, ohne zu antworten. Budowa hielt den Blick auf ihn geheftet und ſchien einer neuen, tröſtlichern Antwort zu harren. Sie blieben Beide ſchweigſam eine längere Zeit einander gegenüber. Da hörte man den Hufſchlag von Pferden durch die Stille des Abends. Der Rath trat ans Fenſter.