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fuhr er fort:„Solange der Kaiſer Mathias lebte, hatten wir Hoffnung in Böhmen, daß trotz des begonnenen Kampfes unſere Sache friedlich ausgeglichen werden würde. Seit Ferdinand II. den Thron beſtiegen hat, iſt dieſe Hoff⸗ nung vernichtet.“
„Ich kann mir's denken“, antwortete der Rath mit ernſtem Ton;„der Zögling von Ingolſtadt und begeiſterte Verehrer des Ignatius von Loyola, der in Steiermark ſeine Grundſätze durch die völlige Ausrottung des proteſtantiſchen Glaubens öffentlich dargelegt hat, kann den Böhmen kein großes Vertrauen einflößen!“
„Es iſt unmöglich für die Genoſſen unſers Glaubens“, erwiderte der Kanzler.„Ich darf Euch verſichern, Herr Rath, die Mehrzahl unter uns wollte und wünſchte den Frieden aufrichtig, wenn auch Thurn und einige andere mehr für den Krieg waren. Denn Böhmen hat genugſam erfahren, was der Krieg und vollends der Religionskrieg für Unheil bringt.“
„Seit zwei Jahrhunderten kennt ihr das freilich!“ be⸗ merkte der Rath mit Theilnahme.
„Allein der Friede unter Ferdinand iſt eine Unmög⸗ lichkeit.“
„Indeſſen hat er ihn euch, wie ich gehört, gleich nach dem Tode des Kaiſers Mathias angeboten“, verſetzte der Rath. „Unter Bedingungen, die wir unmöglich annehmen konn⸗ ten“, fiel der Kanzler raſch ein;„was vielleicht Niemand ſo gut wußte als Ferdinand ſelbſt.— Er verlangte die völlige Herſtellung derjenigen Zuſtände, die den Krieg un⸗ vermeidlich gemacht hatten. Er beſtätigte zwar unſere welt⸗ lichen und kirchlichen Rechte, allein ohne die Gewähr⸗ leiſtungen, die wir dafür verlangen müſſen. Denn wenn


