7
„Wir ſind hier wol unbelauſcht und ich ſpreche gleich im Gehen mit Euch“, antwortete Budowa mit einem Blick auf zwei Gartenarbeiter, die in ziemlicher Entfernung be⸗ ſchäftigt waren.—„Mich führen die ſchwierigen verwickelten Angelegenheiten meines Vaterlandes hierher.“
„Ja freilich, da draußen in Böhmen geht es ſeit Jahr und Tag wunderbar zu“, antwortete der Rath.
„Die Verwirrungen und Bedrängniſſe des Landes kennt Ihr, und ich darf vorausſetzen, daß Ihr, als ein An⸗ hänger des proteſtantiſchen Glaubens und Diener des Für⸗ ſten, der an der Spitze des proteſtantiſchen Schutzbündniſſes ſteht, nicht gleichgültig dagegen geblieben ſeid!“
„Wer könnte das!“ rief der Rath warm.„Iſt unſer gnädigſter Herr nicht ſelbſt ſchon zur Vermittelung in dieſer Sache angegangen und aufgetreten? Eure Sache iſt auch die unſrige. Uns drohen Bedrängniſſe, die euch bereits treffen.“
„Und von denen Ihr auch, wie alle Länder“, die ſich dem neuen Glauben zugewandt haben, mannichfach getroffen worden ſeid, wenn auch in andern Zeiten und Umſtänden“, entgegnete der Kanzler.„Glaubt mir“, fuhr er fort, in⸗ dem er die Hand des Raths ergriff,„es iſt mir eine wahre Erquickung des Herzens, gleich in dem erſten Worte, das Ihr mit mir, dem Fremden, ſprecht, eine ſo warme Ge⸗ ſinnung für unſere Angelegenheiten zu erkennen.“
Inzwiſchen waren Beide die Anhöhe hinabgeſtiegen; die ſchmalen Treppen nöthigten ſie hintereinander zu gehen; der Rath ging führend voran. Unten trat ihm Agathe ent⸗ gegen mit den Worten:„Kathy hat ſchon die Kerzen in deinem Zimmer angezündet, lieber Vater“, dann ver⸗ neigte ſie ſich freundlich gegen den Kanzler und lud ihn durch eine Bewegung der Hand ein, voran in die Haus⸗


