Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Er iſt droben im Garten und bindet die Weinſtöcke

an, antwortete die Alte.Wenn der Herr ſich hinauf⸗

* bemühen wollten?

Budowa trat in den Garten, der ſich dicht hinter dem Hauſe den Berg hinanzog. In dem Zwielicht aus Abend⸗ purpur und Mondſilber, das ſich über die Höhen ergoß, ſah er in einem der obern Weingänge einige Geſtalten ſich bewegen, ohne ſie jedoch genau unterſcheiden zu können. Er ſtieg die ſchmalen Steinſtufen, welche von einer Ter⸗ raſſe des Weingartens zur andern führten, hinauf.

Ach! hörte er plötzlich einen leichten weiblichen Aus⸗ ruf dicht neben ſich. Es war ein junges Mädchen, dem

die hellbraunen Locken leicht um den Nacken fielen. Sie trat, ein Körbchen mit den Gartengeräthſchaften in der Hand, eben aus einem Seitengange und hatte unvermuthet den

Fremden vor ſich geſehen.

Ich ſuche den Herrn Rath auf, redete Budowa ſie

mit gewandter Sitte an,es ſollte mir leid thun, wenn

ich Euch erſchreckt hätte! O nein, antwortete die hellſte Silberſtimme,ich war nur ein wenig überraſcht. Der Vater iſt droben; ich will eben hinauf; wollt Ihr mir folgen?

1 Mit dieſen Worten ſtieg das junge Mädchen, das, ſo⸗ viel die Dämmerung wahrzunehmen geſtattete, ebenſo lieb⸗

lich von Geſichtszügen war als der Ton ihrer Sprache wohllautend, und ihr Wuchs ſchlank, leichten Schrittes die Anhöhe hinauf.

*Hm! dachte der Kanzler bei ſich.Auf ſolche an⸗ genehme Beigabe für mein ernſtes Geſchäft war ich nicht gefaßt. Ich will ſie aber für ein gutes Zeichen nehmen. Nach wenigen Minuten hatten ſie die Stelle im Garten

erreicht, wo der Rath zur Erholung von ſeinen ſchweren