Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ja; aber nur nach ſeiner Vorſchrift darf man ſelig werden! lachte Mansfeld.Auf euch Utraquiſten iſt er übel zu ſprechen, und einen Calviniſten ließe er noch lieber verbrennen als den Papft ſelbſt! Ihr ſollt nur die Sachſen von ihm erzählen hören!

Nun, mag er jetzt in Sachſen predigen und verordnen wie er will, antwortete Thurn;bei uns hat er zwar auch oft gepredigt, und unter großem Zudrang; allein jetzt hat er hier nichts zu ſagen, und für unſere Sache wird der Kurfürſt Johann Georg durch ihn nicht anders beſtimmt werden!

Ich will's euch gönnen, erwiderte Mansfeld,allein Kurfürſt Hans Jürgen leert gern ſeinen Humpen und...

Das thut Ihr hoffentlich auch, Mansfeld, fiel ihm Thurn lachend ins Wort, und winkte dem Mundſchenken,

daß er des Grafen Becher neu fülle,laßt Euch darum

friſch einſchenken!

Mansfeld hielt dem Diener den Pokal hin und ſagte: Das thue ich freilich und ſchäme mich deſſen nicht, beſon⸗ ders bei Eurem vortrefflichen Tokayer, Thurn. Aber ich höre auf, wenn ich mein Maß habe, und laſſe mir von keinem Pfaffen ein X für ein U machen, wenn ich einen Becher mehr als gewöhnlich getrunken habe! Das läßt ſich der gute Kurfürſt anthun, und die Schelme an ſeinem Hofe wiſſen es, die ſchwarzen und die bunten. Drum ſorgen ſie, daß der Mundſchenk ihm immer tüchtig einſchenkt, denn wenn ihrem Herrn die Zunge anfängt ſchwer zu werden, dann wird ihm die Hand leicht!

Wie meint Ihr das, Herr Graf? fragte Budowa.

Je nun, dann ſchieben ſie ihm die Feder zwiſchen Dau⸗ men und Zeigeſinger, und er zeichnet ein Decret nach dem andern, ganz leicht und vergnüglich!