Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Darum müſſen wir nehmen, was man uns nicht geben will!

Freilich, freilich! Ein ſicherer Frieden! antwortete Caplicz.

Unſer eigenes böhmiſches Heer müſſen wir haben, das unſere Rechte ſchützt; dann wollen wir es dem Kaiſer auch freudig bereit ſtellen, wo die ſeinigen des Schutzes be⸗ dürfen, fuhr Thurn fort.

Und kein kaiſerliches Heer im Lande! ſetzte Mans⸗ feld hinzu.

Der alte Caplicz ſchüttelte leiſe das Haupt und ſagte: Mir ſind dieſe Forderungen immer etwas zu hoch er⸗ ſchienen. Es drückt ſich ein zu herbes Mistrauen darin aus. Ich kann mir nicht denken, daß der Kaiſer darauf eingeht!

Darüber ſeid unbeſorgt, entgegnete Thurn;alle Nachrichten, die ich aus Wien habe, ſtimmen darin überein, daß ſich der Kaiſer ganz geneigt zeigt, unſere Bedingungen anzunehmen. Herbes Mistrauen, ſagt Ihr? Ja, wir ſind mistrauiſch; aber wer trägt die Schuld? Unſere Bedin⸗ gungen können dem Kaiſer nur gerecht erſcheinen, wenn er erwägt, welche Misbräuche bisher mit unſerer Lage getrie⸗ ben worden ſind. Allerdings kämpft die Partei des Königs von Ungarn noch gegen uns!

Ich will, antwortete ſanft der Greis,meinem gnädigen Gott auf den Knien danken, jeden Tag von den

wenigen, die ich noch zu hoffen habe, wenn der Kaiſer

alle unſere Wünſche erfüllt! Allein ich fürchte doch, es geſchieht nicht! Unſer herbes Mistrauen, anders kann ich es nicht nennen, geſchweige er ſelbſt, muß ihn kränken, beleidigen, wenn es auch gerechtfertigt iſt.

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