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hätte gern ſeine zweihundert Wagen voll böhmiſcher Beute
in Wien auf dem Kohlmarkte zur Schau geſtellt! Nun hat
ſie ihm Schlick wieder abgenommen und die Kriegskaſſe dazu!*) Das iſt eine verdrießliche Geſchichte. Die Haupt⸗ ſache bleibt aber, daß Schlick den Fuß auf öſterreichiſchen Grund und Boden geſetzt hat. Vivat! Nochmals!“
„Mein würdiger Freund“, hub jetzt der alte Caplicz an und deutete auf Wenzel von Budowa,„hat geſagt: Laſſen wir die Zukunft! Ich ſage, denken wir an ſie; denn in ihr, hoffe ich, geht uns die Sonne des Friedens auf. Dieſe Hoffnung will ich begrüßen!“
Er erhob den ſchönen, geſchliffenen Ehrenbecher, der ihm zu Theil geworden; faſt war es, als ob der Prieſter den Kelch erfaßte. Das Antlitz des Greiſes, von den dün⸗ nen Silberlocken, die ſein Haupt noch trug, leiſe umſpielt, ſtrahlte im Ausdruck frommer Hoffnung. Er glich auch einem Diener des Herrn, wie er das Auge ſo mild und vertrauend gen Himmel aufſchlug. Sein Wort wirkte wie das eines göttlich Geweihten. Das wilde Kriegsgeſpräch verſtummte, eine plötzliche Stille trat ein, und wohltönend erklangen die Becher und Gläſer in leiſerer Berührung; auch die Frauen hatten ſie erhoben. Auf ihren Zügen ſchwebte in einem holden Lächeln der Ausdruck der Hoffnung. Auch Thereſe lächelte, doch gleichzeitig ſchimmerte es ſilbern in ihrem feuchten Auge.
„Es iſt wacker von Euch, Herr Oberlandſchreiber“, nahm Thurn das Wort wieder auf,„daß Ihr den Frie⸗
den leben laßt. Aber er muß Bürgſchaften zu einem dauern⸗ den Glück für Böhmen geben; ſonſt ziehe ich den Krieg vor.
*) Hiſtoriſch. Rellſtab, Drei Jahre. 2. Aufl. I. 2. 13


