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„Wir ſcheiden in Frieden“, ſprach er, Allen ver⸗ nehmlich. Dann wandte er das Haupt zu den Anweſenden und ſagte:„Seid ihm getreu!“
Mit dieſen Worten ſank er zurück in die Kiſſen. Sein Auge brach. Ferdinand hielt ſeine Hand feſt, und über ihn gebeugt, tropften ſeine heißen Thränen auf das Lager.
Noch einmal ſchwebte ein leiſer Laut über die Lippen des Sterbenden...
„Verſöhnung.... Frieden“— das waren ſeine letzten, kaum gehauchten, aber Allen vernehmlichen Worte. Ferdinand küßte ihn auf die Stirn.
Als er ſich wieder erhob, war das Leben ſei⸗ nes Oheims erloſchen!
In dieſem Augenblick zitterte der erſte Strahl der Sonne in das Gemach. Aller Blicke wandten ſich ihr zu; unter ſchwarzem, ſchwerem Gewölk blitzte ihr Glutauge hindurch und ergoß den blutigen Feuerſtrom über die Erde!
Fünfundvierzigſtes Capitel.
Da die üble Jahreszeit, zumal die Grundloſigkeit der von thauendem Schneewaſſer aufgeweichten Wege, für den Augenblick die Kriegsoperationen hemmte, und wichtige Dinge mit den Directoren des Landes verhandelt werden mußten, war Thurn, von ſeinem Sohn und Wolodna begleitet, nach Prag gekommen. Und um nach langer Trennung aller der Seinigen einmal wieder froh zu werden, hatte er auch die Frauen von Karlsſtein hereinkommen laſſen. Mit dieſen


