Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Kirche ertheilen und die Gnade und Barmherzigkeit Gottes zuſichern!

Das heilige Brot berührte die Lippe des Kaiſers, der Kelch die des Beichtvaters.

Ich bin bereit zu gehen, ſprach Mathias gefaßt. Laßt Jeden eintreten, der Abſchied von mir nehmen will.

Balthaſar brach faſt zuſammen. Jetzt laut weinend, ſchwankte er der Thür zu und öffnete ſie. Er vermochte nicht zu ſprechen und winkte nur Allen einzutreten.

Der König Ferdinand war der Erſte, die Andern folgten. Der Kaiſer ſaß aufrecht auf dem Lager und grüßte durch eine leichte Bewegung der Hand und des Hauptes. Es bildete ſich ein Halbkreis um das Bett des Sterbenden. Kein Laut war zu vernehmen.

Ferdinand hatte ſich dem Bett genähert.

Mein Bruder Maxl meine liebe, liebe Anna! ſagte Mathias mit einem Tone, der Aller Herzen bewegte,ihr ſeid mir vorangegangen; ich folge euch raſch!

Jedes Ohr lauſchte. Nur das tiefe Athmen Aller und ein unterdrücktes leiſes Schluchzen unterbrach die heilige Stille.

Das Antlitz des Kaiſers war von leichter Röthe ange⸗ ſtrahlt. Es war der erſte Schimmer des Morgenroths, welches durch den zerriſſenen Wolkenhimmel brach.

Ferdinand! ſprach der Kaiſer mit zuſammengeraffter Kraft. Der König trat zu ihm. Sie reichten einander die Hände. Lange ſah der Kaiſer den Erben ſeines Thro⸗ nes ſprachlos an; ſein Angeſicht röthete ſich höher in dem Morgenſchimmer, es war als ob ein Heiligenſchein das Haupt zu umduften anfange. Er zog den Neffen ans Herz. Man hörte jeden Pulsſchlag im Gemach.