Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Die ängſtliche Stille, welche trotz der vielen Verſam⸗

melten im Gemach herrſchte, das leiſe Flüſtern, hier und da

ein Ton verhaltenen Weinens und Schluchzens denn auch Frauen waren herbeigekommen, das immer trüber werdende Licht der herabgebrannten Kerzen, alles Das er⸗ regte eine Beklemmung, die jede Bruſt drückte.

Von außen drang der erſte Schimmer der Dämmerung durch die Fenſter; der Regen hatte aufgehört, doch der Wind ließ immer noch von Zeit zu Zeit ſein hohles Getön vernehmen.

Dieſer Zuſtand ängſtlicher Spannung wurde durch den Klang der Schelle im Krankenzimmer unterbrochen. Balthaſar eilte hinein; gleich darauf kehrte er zurück und winkte dem Arzte. Aller Aufmerkſamkeit richtete ſich auf dieſe Vor⸗ gänge.

Der Kaiſer, durch die Unterredung mit dem König Ferdinand ſchon ſehr ergriffen, war unter der Beichte ſchwächer geworden und verlangte nach einer Stärkung. Balthaſar und der Arzt ordneten ſein Lager wieder be⸗ quemer, und der Letztere gab ihm einige ſtärkende Tropfen. Bald war Mathias wieder ſo gekräftigt, daß er das Wort nahm und laut und vernehmlich ſprach:

Ehrwürdiger Vater, bei vollem Bewußtſein und in Gegenwart dieſer Getreuen erkläre ich Euch, ich habe überwunden. Er war der Kummer meiner letzten Tage, er bleibt meine Sorge, doch ich ſcheide in Liebe, und vergebe ihm, wie mir der Herr vergebe!

Balthaſar und der Arzt ſtanden erſtaunt, doch Pater Chryſoſtomus trat näher, und leuchtenden Auges, mit er⸗ hobener Andacht ſprach er, indem er dem Kaiſer beide Hände auf das Haupt legte:So darf ich Ew. Majeſtät den vollen ungeſchwächten Segen und das letzte Labſal der