Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Der Arzt, wolle Hochwürden bedenken, darf ſie nie aufgeben, wenn ſie auch noch ſo ſchwach wäre, entgeg⸗ nete dieſer.

Dieſe halbe Zurücknahme ſchien einige Befriedigung über Lamormain's Züge zu verbreiten. Er wollte eben noch eine Frage thun, als die Thür des Krankenzimmers ſich öffnete und der König von Ungarn heraustrat, bleich, ſichtlich erſchüttert, mit Spuren von Thränen in den Augen.

Se. Majeſtät verlangt den Beichtvater, ſprach er mit bewegter Stimme, gegen dieſen gewandt.

Pater Chryſoſtomus ging mit dem Crucifix und den heiligen Gefäßen in das Krankenzimmer.

Ich fürchte, wandte ſich Ferdinand jetzt zu den Um⸗ ſtehenden, die näher getreten waren, doch ſich ehrerbietig etwas zurückhielten,ich fürchte, Se. Majeſtät iſt dem Ziel des irdiſchen Daſeins nahe!

So möge ſich unſer ſtilles Gebet für ihn erheben, ſprach Lamormain und faltete die Hände. Alle thaten des⸗ gleichen, unter lautloſer Stille. Dies währte einige Augen⸗ blicke. Dann traten der König, die Fürſten Eggenberg und Liechtenſtein, Lamormain und einige Andere in einen engern

Kreis zuſammen, zogen ſich in eine Ecke des Zimmers zurück

und ſprachen in gedämpftem Tone eifrig miteinander. Wäh⸗ rend deſſen kamen immer Mehrere hinzu, welche Kunde von dem Zuſtande des Kaiſers erhalten hatten. Auch zwei ältere Räthe deſſelben, denen er großes Vertrauen ſchenkte, Graf Fugger und Fürſt Dietrichſtein der Vater, erſchienen..

Balthaſar ſprach bei ihrem Anblick vor ſich hin:So kommen doch einige von Denen, die wirklich um ihn weinen werden!

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