Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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in ſchmerzlichem Gefühle, doch in andächtiger Sammlung, ſeines letzten Amtes harrte. Die beiden geiſtlichen Väter ſprachen leiſe miteinander. Balthaſar warf einen Blick der Bitterkeit auf Lamormain, denn er wußte, wie vieles Leid Geſinnung und Rath dieſes Mannes dem Kaiſer zugefügt. Doch barg er in ſcheuer Furcht vor dem Mächtigen, der in wenigen Minuten allmächtig an dieſem Hofe ſein konnte, ſein Gefühl, und zog ſich ſtill in eine Ecke zurück. Die andern Diener waren gleichfalls ehrerbietig in den Hinter⸗ grund des Zimmers getreten.

Die Thür öffnete ſich abermals, und der Fürſt von Liechtenſtein, gleichfalls vertrauter mit Ferdinand als mit Mathias, trat ein. Unmittelbar darauf folgte Eggenberg, der jenem Nachricht gegeben hatte, aber, da er kränklich war und ſich wegen des Podagras nur mühſam bewegen konnte, längere Zeit gebraucht, um zur Stelle zu gelangen. Beide Herren ſprachen ſogleich leiſe, aber lebhaft mit Lamormain, der nach wenigen Minuten auf den Arzt zuging und ihn mit der Miene und Stimme tiefer Theilnahme fragte: Gebt Ihr uns denn gar keine Hoffnung, theurer Doctor Gisbertus, daß das Leben Sr. Majeſtät noch zu erhalten ſei?

Ich habe dermalen die Hoffnung noch nicht aufge⸗ geben, erwiderte Gisbertus, nicht ſowol wegen ſeiner Ueber⸗ zeugung, als weil er das Heuchleriſche der Theilnahme er⸗ kannte, die die begierige Erwartung und Hoffnung auf das Gegentheil ſchlecht verhehlte.

Die Antwort fiel ſo unerwartet für Lamormain aus, daß er ſich faſt verrathen hätte; doch ſchnell war er wieder Meiſter ſeiner ſelbſt und ſagte mit einem erzwungenen Lächeln und gen Himmel gehobenem Blick:Das iſt ja eine unerwartet freudige Kunde, für die wir dem Himmel danken wollen. Alſo habt ihr wirklich Hoffnung?