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König von Ungarn und der Beichtvater Ew. Majeſtät ſind im Vorzimmer. Wen befehlen Ew. Majeſtät zu ſprechen?“
„Erſt muß der Kaiſer ſeine Pflicht thun“, antwortete er ernſt.„Hilf mir mich aufrichten!“
Es geſchah; ganz aufrecht wollte er ſitzen. Seine Züge nahmen eine Würde an, die Ehrfurcht gebot.„Ich laſſe Se. Majeſtät bitten, einzutreten“, ſagte er jetzt.
Balthaſar eilte zur Thür und öffnete ſie. Ferdinand
trat ein, ſichtlich erſchüttert, faſt bleicher als der Kaiſer ſelbſt.
Wankenden Schrittes ging er auf das Bett ſeines Oheims zu, beugte ſich über ſeine Hand und küßte ſie mit aufrich⸗ tiger Wärme. Wen hätte auch ſolch ein Augenblick nicht ergriffen!
„Wir müſſen allein ſein!“ ſagte der Kaiſer mit ern⸗ ſtem Ton.
Balthaſar und der Arzt entfernten ſich augenblicklich.
Der ſterbende Kaiſer und der künftige waren allein bei⸗ ſammen. Der die Zügel der Weltregierung fallen ließ und der ſie aufnahm,— ein ſchweres Erbtheil!— Sie ſtanden allein einander gegenüber, an der dunkeln Wegſcheide, die ſie auf Erden auseinander führen ſollte. Kein fremder Mund drängte ſich zwiſchen ſie; Gefühle und Gedanken berührten, tauſchten ſich unverfälſcht. Was ſie zueinander geſprochen in dieſem verhängnißvollen Augenblick, wo der ernſte Weiſer der Zeit auf den Wendepunkt der Weltgeſchichte zeigte,— kein fremdes Ohr hat Kunde davon erhalten.— Faſt eine Stunde waren ſie allein beiſammen!


