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dem er das Haupt leiſe verneinend bewegte:„Nun wenn's dir ein Troſt iſt will ich auch noch einen Löffel nehmen. Hab' halt Manches, was bitterer ſchmeckte, verſchlucken müſſen!“
Wie er es in den vertraulichſten Augenblicken ſeines Le⸗ bens ſtets gern gethan, ſo ſprach der Kaiſer auch jetzt in der Mundart des Volkes. Es lag etwas in dem gutmü⸗ thig herzlichen Ton, in den ſchlichten Worten deſſelben, als wolle er ſagen:„Der Unterſchied zwiſchen uns iſt vorbei. Was ſollen wir uns noch ſolchen Zwang anthun?“
Gisbertus hatte indeß dem Kranken den Löffel mit der Arznei gereicht; er nahm ſie ruhig ein.
„Wollt's halt ſo gut ſein“, ſprach er in überaus wei⸗ chem, gutmüthigem Tone,„die Fenſtervorhänge ein wenig zurückziehen, daß ich ſehe, ob es draußen nicht ſchon ein Biſſerle dämmert. Die Sonne kommt dort an der Fen⸗ ſterſeite herauf.—— Einmal nöchte ich ſie wol noch ſchauen!“
Dieſes Wort griff tief in die Bruſt des alten, ruhigen Arztes. Er war froh, ſich ein kleines Geſchäft an den Fenſtern machen zu können, um ſeine Bewegung zu ver⸗ bergen. Doch vorläufig ſollte ſich des Kaiſers Wunſch noch nicht erfüllen, denn der Himmel war ganz ſchwarz umzogen und draußen lagerte noch die tiefſte Nacht.
„Es iſt, halten zu Gnaden, noch zu frühe, Ihro Maje⸗ ſtät“, ſagte Gisbertus;„in einer Stunde von anjetzo wird erſt der Tag zu grauen anfangen!“
„Ja, ja, es ſieht finſter aus draußen in der Welt“, murmelte Mathias vor ſich hin.„Iſt nicht ſo gar Schad' darum, ſie zu verlaſſen!“
„Daran ſollten Ew. Majeſtät, halten zu Gnaden, gar nicht denken“, erwiderte der Arzt mit theilnehmendem Ton.


