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einer langen Pauſe ſagte er:„Ich habe recht lebendig ge⸗ träumt!— Ihr ſeid ſchon wieder hier, Doctor?“
„Halte unmaßgeblich für meine Pflicht, Ew. Majeſtät die Arznei ſelbſt zu reichen und nach der Wirkung derſelben zu forſchen.“
Mathias blickte ihn zerſtreut an und fragte nur nach einigen Augenblicken:„Was iſt die Uhr?“
„Eben hat das erſte Viertel der fünften Frühſtunde geſchlagen“, verſetzte Balthaſar, der ſeinen Herrn mit weh⸗ müthigem Blick anſchaute.
Der Kaiſer ſchien etwas Wichtiges zu überlegen; er heftete, wie er in ſolchen Fällen zu thun pflegte, das Auge feſt auf einen Punkt und wiegte leiſe den Kopf. Nach dieſen Mo⸗ menten erwartungsvoller Stille ſagte er:„Es ſoll zu Sr. Majeſtät dem Könige von Ungarn geſendet werden; ich laſſe ihn ſofort um eine Unterredung bitten.— Dann ſchickt auch
„Ew. Majeſtät!“ unterbrach Balthaſar den Kaiſer mit ſchmerzlichem Ausruf bei dieſem Wort und vermochte den Strom ſeiner Thränen nicht zurückzuhalten.
„Thu wie ich befohlen“, ſagte der Kaiſer feſt, aber
tete ſich, mit Hülfe des Arztes, auf dem Lager auf und ſaß, halb in die Kiſſen zurückgelehnt, ſchweigend, anſchet⸗ nend tief in Gedanken verſunken da.„Zeſſenius!“ ſprach er plötzlich, der Arzt horchte auf, doch der Kaiſer fuhr
nicht fort; es war, als ſein dies, Wort unwillkürlich über ſeine Lippen gedrungen. „Wollen Ew. Majeſtät ni Gnaden geruhen, noch
einmal Arznei zu nehmen“, ſagte Gisbertus,„es dünkt mich doch, daß ihre Wirkung recht kräftigend geweſen.“ „Meinſt du, Alter?“ erwiderte der Kaiſer lächelnd, in⸗


