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doch das hohle Sauſen des Windes ließ ſich faſt ununter⸗ brochen vernehmen. In den Pauſen hörte man den einför⸗ migen Pendelſchlag der reichen, mit kunſtvollen Goldverzie⸗ rungen geſchmückten Pfeileruhr, welche jetzt die kurze Spanne Zeit ausmaß, die dem Kaiſer noch auf Erden vergönnt war. Es weckte einen eigenen Schauer, wie der Pendel gewiſſer⸗ maßen jeden Pulsſchlag zählte. Balthaſar ſchien dieſen Ge⸗ danken zu haben; er wandte ſein Auge nach der Uhr, als wolle er ſehen, welches die Stunde ſei, wo ſie den Still⸗ ſtand der Lebensuhr des Kaiſers bezeichnen werde. Es be⸗ wegten ſich dabei noch andere Gedanken in der Bruſt des alten Dieners. Die Uhr war ein Geſchenk des Kaiſers Rudolf, der ſie nach Tycho de Brahe's eigenen An⸗ gaben von einem der geſchickteſten Künſtler in Prag hatte bauen laſſen*); ein Geſchenk aus den Zeiten, wo die beiden Brüder ihren innern immer wieder erwachenden Zwieſpalt oft durch äußerliche Zeichen der Liebe und Verſöhnung zu um⸗ hüllen, oder vielleicht wirklich zu beruhigen dachten. Er er⸗ innerte ſich wohl, wie Rudolf dabei geſagt hatte:„Möge ſie dir viele glückliche Stunden ſchlagen!“ War der
Mathias bewegte die Hand, die auf der Bettdecke ru⸗ hete; Balthaſar ſchaute aufmerkſam hin. Der Kaiſer warf das Haupt unruhig hin und her; aber er öffnete das Auge nicht.
„Gib mir die Hand, Rudolf“, ſagte er plötzlich im Schlaf, mit gerührtem, aber jenem haſtigen Ton, den die
*) Hiſtoriſch.


