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„Er ſchläft“, flüſterte Balthaſar und legte den Finger auf den Mund.
„So dürfen wir ihn anjetzo nicht wecken“, entgegnete der Arzt ebenſo leiſe.„Ich werde mich zu Sr. Majeſtät ans Bett ſetzen.“
Er nahm den Platz ein und beobachtete den Kranken, deſſen Züge die Nachtlampe matt beleuchtete, mit aufmerk⸗ ſamem Auge, indem er zugleich den Puls der auf der Bett⸗ decke ruhenden Hand faßte. Balthaſar hing unverwandten Blicks an den Mienen des Arztes. Dieſer, in der Ruhe und langen Gewohnheit ſeiner Kunſt, verrieth durch kei⸗ nen Zug ſein Urtheil über den Kranken. Balthaſar konnte aber die Gefühle ſeines Herzens nicht mehr zurückhalten. Mit zitternder Stimme, fragte er:„Findet Ihr Ihro Ma⸗ jeſtät kränker, Herr Doctor?“
„Ja, mein lieber Balthaſar“, antwortete dieſer, ebenſo leiſe, aber mit feierlicher Förmlichkeit;„der Puls des allerhöchſten Kranken iſt um ein ſehr Merkbares ſchwächer geworden.“
„Er entſchlummert wol ſchon?“ hauchte der Kämmerer mit bebender Lippe.
„Es wäre möglich, durch des allgütigen Gottes Gna⸗ den; doch ich glaube es nicht“, antwortete Gisbertus; ſol⸗ cher Schlaf iſt noch der natürliche.— Glücklich wenn Se. Majeſtät ſo ruhig einſchlummerten!“
Balthaſar wandte ſich ab und drückte das Tuch vors Geſicht; er bekämpfte mit aller Anſtrengung ſein heftiges Weinen, um den theuern Herrn nicht in ſeiner vielleicht letzten Schlummerſtunde zu ſtören. Die tiefſte Stille herrſchte in dem Zimmer. Um ſo ſchauerlicher berührte der Unge⸗ ſtüm des Wetters draußen das Ohr. Zwar dämpften die ſchweren, zugezogenen Vorhänge den Schlag des Regens,
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