„Ich weiß es nicht, hochwürdigſter Herr. Wir ſchieden ſchnell, ich nahm meinen alten Weg, wie verwichenen Mai,
zu den alten Freunden, wo ich der Geſinnung ſicher ſein
durfte. Doch zahlloſe Schwierigkeiten und Gefahren hatte ich zu beſtehen, öfters....“
„Man köommt!“ unterbrach ihn Lamormain auflauſchend.
Es ließen ſich Schritte im Vorzimmer hören. Der Diener brachte ein eiliges Schreiben mit den Worten:„Von Sr. Majeſtät dem Könige von Ungarn. Der Bote wartet.“
Lamormain erbrach es.„Ich werde mich ſogleich zu Sr. Majeſtät begeben“, war ſeine Antwort; der Diener ging.
„Lieber Pater Thyßka“, wandte er ſich zu dieſem,„wir ſind unterbrochen. Beſucht mich morgen wieder; ich muß noch mehr von Euch hören.— Jetzt will ich ſofort zu Sr. Majeſtät, zwar in einer andern wichtigen Angelegenheit, allein Eure Nachrichten ſcheinen mir nicht minder wichtig. Ich wollte morgen dem Fürſten Eggenberg Mittheilungen machen, aber ich will auch das noch heut thun, trotz ſeiner Kränklichkeit; denn bis dat qui cito dat! Und wir haben jetzt drängende Zeiten! Eine Mittheilung heut gemacht, kann vielleicht einen wichtigen Schritt verhüten oder veran⸗ laſſen, wozu es morgen zu ſpät wäre. Ihr ſeid meines Danks ſicher!“ „Err reichte ihm die Hand, die der Pater ehrerbietig küßte und ſich zurückzog.
„Mein Wagen!“ gebot Lamormain dem Diener, der dem ſich entfernenden Thyßka die Thür geöffnet hatte und ihn mit einer Kerze begleiten wollte.
Als Beide hinaus waren und die Thür hinter ſich ge⸗ ſchloſſen hatten, ging Lamormain leiſe, ſelbſt auf dem wei⸗ chen Teppich ſeines Zimmers noch auf den Zehen, ihnen nach bis an die Thür, legte das Ohr an und lauſchte auf⸗
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