Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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dieſe modernen atheniſchen dreißig Tyrannen, ihren Abge⸗ ſandten dieſe Inſtructionen geben, ſo bin ich hoch erfreut!“

„Ich glaube deſſen vollkommen ſicher zu ſein!“ erwi⸗ derte Thyßka.

„Und habt Ihr ſonſt für uns arbeiten, die Meinungen nicht nur erforſchen, ſondern auch ſtimmen können?“ fragte Lamormain.„Ihr ſprachet von großen Gefahren?“

„Ich denke es iſt mir Einiges gelungen; und es wäre traurig, wenn dem nicht ſo wäre“, antwortete Thyßka, „denn mein Leben ſtand oft auf dem Spiel.“

„Haben Euch Gegner erkannt?“

„Ich war zu Prag in tiefſter Verborgenheit; ich konnte mich ganz ſicher glauben.— Obwol wenig gekannt über— haupt, denn ich lebte ja meiſt in meiner Zelle, ging ich den⸗ noch auch hier nur Abends aus zu vertrauteſten Freunden. Und mußte ich's bei Tage, ſo geſchah es in ſolcher Tracht und Verkappung, daß ich oft mit innerm Lächeln die älteſten Bekannten an mir vorübergehen ſah, ohne erkannt zu werden!“

„Hm!“ ſummte Lamormain.

„Nur eines Nachmittags, als ich eben über die Brücke nach der Kleinſeite gehen wollte, flüſterte mir eine Stimme von hinten her zu:„Pater Thyßka.“ Ich fuhr zu⸗ ſammen, hatte aber Beſonnenheit genug, das Geſicht nicht umzuwenden.“

„Gut, gut, lieber Thyßka“, nickte Lamormain,„nur immer kaltes Blut! Ich haſſe alle Aufwallungen, auch die der Begeiſterung. Wenigſtens muß man ſie ſtets ſo in der Gewalt haben, daß man ſie nur mit voller Ruhe und Züge⸗ lung anwendet. Doch weiter!“

„Die Aufwallung des Erſchreckens, hochwürdigſter Herr, ſteht nur leider nicht ſo ganz in unſerer Gewalt“, erlaubte