Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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„Sie ſind mir lieber! Sie rennen, von dem Glück des Anfangs getäuſcht, toll ins Verderben!“ ſprach Lamormain. „Man weiß nicht“, fuhr er nach einer Pauſe fort,„ſoll man die Menſchen mehr haſſen oder mehr verachten! Wie tolle Knaben gebahren ſich dieſe Kriegsmänner! Sie be⸗ rauſchen ſich, um wie im wahnſinnigen Taumel auf ein Ziel loszuſtürmen, das ſie dicht vor Augen glauben und ſehen den Abgrund nicht, der dazwiſchen liegt und ſie verſchlingt! Es iſt ſo lächerlich dumm! Aber ſo iſt die Welt, guter Thyßka, frevelhaft und thöricht! Eine glück⸗ liche Einrichtung des allweiſen Gottes, daß ſich zu der Nichtswürdigkeit insgemein die Albernheit geſellt, um jener die Grube zu graben, in die ſie ſich ſtürzt!“

„Ich that nach meiner Aufgabe, ehrwürdiger Herr“, fuhr Thyßka, nachdem er den Worten Lamormain's auf⸗ merkſames Gehör geſchenkt, fort,„ſprach überall dem Frie⸗ den das Wort, wo ich mich vertraulich äußern konnte.“

„Ihr habt Euch Vielen entdeckt?“ fragte Lamormain beſorgt.

„Nur Einigen und den Zuverläſſigſten; durch dieſe aber wirkte ich weiter.“ z

„Und zündete der Funke?“

„Ueber alle Erwartung. Natürlich deutete ich an, daß der Kaiſer ſehr den Frieden wünſche, daß ſie alſo auf gute Bedingungen zählen dürften.“

„Und werden ſie die Verſammlung zu Eger beſchicken? Habt Ihr darüber Nachricht?“

„Sie werden. Aber die Vollmachten ihrer Geſandten werden die Verſöhnung unmöglich machen!“

„Ihr wißt alſo davon?“ rief Lamormain erfreut. „Ich glaube“, erwiderte Thyßka mit beſcheidener, ja

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