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Das waren menſchliche Hoffnungen! Der Führer der Geſchicke lenkt ſie anders!—
Der Pater Lamormain ſaß am ſpäten Abend in ſeinem Arbeitscabinet bei der Lampe und ſchrieb mit großem Eifer. Ein junger Mann, einfach, aber ſauber gekleidet, ſtand einige Schritte hinter ihm und wartete auf die Vollendung des Briefes. Als Lamormain geendigt hatte, nahm er das Blatt, las es aufmerkſam noch einmal durch, falzte es dann zuſammen und verſiegelte es.„Hier, Benedetto“, ſprach er.„Du übergibſt es dem Herrn Fürſten eigen⸗ händig, wie du mir ſein Schreiben gebracht. Mündlich kannſt du hinzufügen, daß ich täglich ſichere Kundſchaft aus Böhmen durch eine vertraute Perſon erwarte, die er wol errathen wird.“
Der junge Mann verbeugte ſich tief und ehrfurchtsvoll und ergriff Lamormain's Hand, ſie zu küſſen.„Euren Segen, ehrwürdigſter Herr!“ bat er.
„Gott und alle ſeine Heiligen mögen dich ſegnen und behüten und auf dem rechten Wege im Glauben bewahren“, entgegnete Lamormain.„Eile jetzt, mein Sohn, und ſei vor⸗ ſichtig! Du weißt, es gibt Augen, die man vermeiden, und Ohren, die man nichts vernehmen laſſen muß, in Menge in der Burg!“
Unter ehrfurchtsvollen Verbeugungen entfernte ſich der junge Menſch. Indem er die Thür öffnete, trat ein Diener ein und meldete den Pater Thyßka.
„So iſt er da! Endlich! Dem Himmel ſei Dank!“ rief Lamormain in lebhafterer Bewegung, als er ſonſt jemals zu zeigen pflegte.„Führe den Herrn Pater ſogleich zu mir!— Benedetto“, winkte er dem jungen Manne zurück. „Melde Sr. Erlaucht dem Fürſten Eggenberg, ich würde ihn morgen mit dem Früheſten beſuchen, um ihm die ver⸗


