zu ſammeln zu neuem Handeln, wenn der günſtigere Zeit⸗ punkt gekommen ſei. Nicht aber hatten ſie es im Sinne, einen Kampf aufzugeben für alle Tage der Zukunft, den ſie für einen heiligen und nothwendigen erachteten. Nicht wollten ſie einen Friedensbund für ewige Dauer ſchließen, mit einer Macht, die ſie als eine widerrechtliche, feindſelige, fluchwürdige betrachteten, deren Vernichtung ihre höchſte Pflicht war.
—— Als hätten Krankheit und Tod ſeiner Ge⸗ mahlin ſeine eigenen Körperleiden von ihm genommen, war Mathias wunderbarerweiſe unter den tiefen Schmerzen der Seele, die ihn beugten und erſchütterten, körperlich geneſen. Wenn nicht zu ſeiner vollen, alten Kraft, doch zu einer Rüſtigkeit, die er lange entbehrt hatte. Die geiſtige Abſpannung mochte es ſein, die dieſe leibliche Folge erzeugt hatte. Wie es aber in ſolchen Fällen zu ſein pflegt, nur vorübergehend, zu einer deſto härtern Rückkehr der alten Zuſtände. Als ob gewaltſam die geſtaute Flut dann deſto unwiderſtehlicher hereinbreche. In dem augenblicklichen Ge⸗ fühle der Kräftigung aber handelte der Kaiſer wieder un⸗ abhängiger von ſeinem Neffen. Mit Eifer hatte er die Wege der Vermittelungabetreten, welche durch die fürſt⸗ lichen Häupter Deutſchlands angerathen und eröffnet waren. Namentlich bemühte jetzt der Kurfürſt von Sachſen ſich thätig, den Funken des Streites zu erlöſchen. Für das
I Frühjahr war eine Zuſammenkunft der Fürſten zu Eger
feſtgeſetzt worden, wohin auch die Böhmen ihre Abgeſandten ſenden ſollten.
Dort, ſo hofften Alle, die es wohl meinten, ſolle der verderbliche Kampf, der ſchon in ſeinem Beginn Unheil genug gebracht, beendet werden, bevor ſich die Flammen weiter verbreiteten.
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