ein feindliches Heer ihnen einen Anhaltepunkt bot, zu fürch⸗ ten war, ſie würden ſich auf deſſen Seite ſchlagen. Dies Alles und der Rath, den dem Kaiſer ſeine ſterbende Gattin gegeben, die Bitten, die ſie an ihn gerichtet, hatten Mathias' Sinn wieder ganz auf eine verſöhnende Ausgleichung des Streites gerichtet. Zugleich ſagte ihm das innere Bewußt⸗ ſein, daß in dem Anfang der offenen Fehde auf ſeiner Seite mindeſtens ebenſo große Schuld lag als auf der der Proteſtanten. So drängten ihn denn Sorgen um ſeinen Thron und ſein Haus ebenſo zum Frieden, als eine innere Mahnung der Bruſt ihn dazu trieb.“„
Die Sorgen und Befürchtungen etheilte auch der König Ferdinand und die ihm theils anhängende, theils ihn treibende Partei; denn bedrohlicher wurden die Umſtände mit jedem Tage. Von der Stimme der Verſöhnung und des Friedens in der innerſten Seele aber vernahmen ſie nichts. Im Gegentheil. In Ferdinand's Bruſt glühte eine andere Flamme, welche Diejenigen, denen er Vertrauen ſchenkte, zu immer höherm Lodern anfachten. Eine heilige Flamme für den Umkreis ſeiner Anſchauungen, wenn ſie auch mit düſterrothem Blutſchimmer in der halben Erde grauenvoll widerſtrahlte. Es war die Flamme des Glau⸗ bens, in der ſich der Beruf für ihn entzündete, jede Kraft des Lebens, ſein ganzes Daſein nur ihrem Dienſt zu weihen.
Für dieſen Beruf ſchreckte er vor keinem Opfer zurück, aber auch vor keiner That!
Wenn er und die Seinigen jetzt gleichfalls an verſöh⸗ nende Schritte dachten, ſo geſchah es nur, um die ſchwere Niederlage, die ihnen im Kampfe drohte, ſie zum Theil ſchon getroffen hatte, zu mildern oder abzuwenden; es ge⸗ ſchah, um Friſt zu gewinnen für den Augenblick und Kräfte


