Zweiundvierzigſtes Capitel.
Das Jahr eintauſend ſechshundert und neunzehn war an⸗ gebrochen, unter düſterm Himmel. Schwer drohendes Ge⸗ wölk ſammelte ſich, zumal über dem Throne des Hauſes Habsburg. Es ſchien, als folle daſſelbe unter den gewal⸗ tigen Schlägen des Geſchickes mindeſtens in Deutſchland zuſammenſtürzen. Die Erbitterung der Gemüther in dem unſeligen Religionsſtreit war höher und höher geſtiegen. Den Böhmen leuchtete die Sonne des Glückes. Unter dem Kaiſerthron aber bebte der Boden und von allen Seiten her zogen neue Gewitter heran, die ſich auf ihn zu ent⸗ laden drohten. Hätte nicht der Winter dem Kriege die Schranken der Natur entgegengeſtellt, ſo waren vielleicht Oeſterreich und Wien ſchon in der Hand des Feindes; denn nur mit Mühe behaupteten ſich die kaiſerlichen Truppen an den böhmiſchen und mähriſchen Grenzen, und Budweis war die einzige Stadt Böhmens, die Boucquoi nach inne hatte. Ungarn wurde bedroht durch Bethlen Gabor; Oeſterreich ſelbſt war in ſeinem Innern unterhöhlt, die Stände, in der Mehrzahl der proteſtantiſchen Religion zu⸗ gewandt, zeigten ſich in dem Grade feindſelig, daß, ſowie


