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hatten ſie nicht, und größtentheils durch uns, die wichtigſten Stellungen im ganzen Lande inne?“
„Wir haben allerdings Einiges gethan, Ehrwürdigſter,
allein wer lange im Lande gelebt hat, wie ich, der weiß auch, wie Vieles uns noch entgangen iſt, wie große Ge⸗ biete unſer Einfluß nicht beherrſcht“, entgegnete Thyßka bei aller Beſcheidenheit, ja Unterwürfigkeit des Tons doch ſehr entſchieden.„Bedenkt nur, würdiger Vater, daß von den zehn Statthaltern ſechs...“
„Den Mantel nach dem Winde hängen“, fiel Pater Lamormain lächelnd ein,„ich geſtehe, Thyßka“, fuhr er ebenſo fort,„ich finde das, ſoweit ich Welt und Menſchen kenne, noch ſehr wenig. Ein Verhältniß, mit dem ich ganz zufrieden bin!“
„Allein eben daß der Wind ſo ſtark von jener Seite ſtand...“
„Für den Augenblick! Was dreht ſich raſcher als der Wind?— Nein, Thyßka, das macht mir keine großen Sorgen! Wenn es uns nur gelingt die Maßregeln des Kaiſers auf die richtige Bahn zu führen; das Andere halte ich für unbedeutend. Schwäche, Nachgiebigkeit, Bewilligungen für die Partei aber, die wären gefährlich. Nicht das Ver⸗ bannungsdecret gegen den Orden, das Euch ſo beunruhigt. Das iſt ein Lärmſchuß ohne Kugel! Graf Thurn liebt es, etwas laut zu ſein!“
„Die Geſammtheit der erwählten Directoren“, be⸗ merkte Thyßka und betonte ſeine Worte ſehr bedenklich, „dreißig an der Zahl, aus allen dreien Ständen, hat das Document genehmigt und unterzeichnet!“
„Und wenn dreihundert, dreitauſend!— Wie Ihr ſeltſam ſeid, guter Bruder Thyßka! Wie meinet Ihr wol, daß es einem Widerſprechenden jetzt in Prag ergangen wäre? Seine


