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„Ich will wünſchen, hochwürdiger Vater, daß ich mich täuſche und Ihr vollkommen Recht habt“, erwiderte in beſcheidener Haltung der Pater Thyßka;„ allein überzeugt bin ich davon noch nicht! Ihr ſolltet, Hochwürdigſter, die Stimmung der Böhmen ſo in der Nähe kennen gelernt haben als ich! Es iſt nicht ein wilder kopfloſer Haufen Pöbels, der ſich zuſammenrottet, ohne recht zu wiſſen, wes⸗ halb, nur weil Tumult die Maſſen lockt, und ſich durch ſich ſelbſt mehrt! Es ſind die vornehmſten, die reichſten, die gelehrteſten Männer Prags und des ganzen Landes, die mit wohlüberlegter Abſicht handeln!“
„Weltliche Weisheit, die vereinzelt aufſchießt ohne Nach⸗ halt in der Wirkung!“
„Nicht ſo vereinzelt als es ſcheinen möchte, würdiger Vater! Die Proteſtanten in Böhmen haben ſich zu gut geſichert, ſie klammern ſich ſchon mit zweihundertjährigen Wurzeln an Boden und Inſtitutionen! Iſt doch das ganze Carolinum in ihren Händen! Die geſammte gelehrte Er⸗ ziehung der Böhmen wird von ihnen geleitet, und durch die Decrete der letzten Jahrzehnde ſowie durch den unglückſeligen Majeſtätsbrief haben ſie ſich dieſes Inſtitut und die Ein⸗ wirkung darauf ganz ausſchließlich geſichert.“
„Ei, ei, Pater Thyßka! Wie verblendet, und ich darf ſagen, wie undankbar ſeid Ihr gegen Eure eigenen Grün⸗ dungen, gegen Eure eigene Thätigkeit! Hätte die Thätigkeit unſeres Ordens, hätten ſeine mannichfachen Inſtitute denn keine Wirkſamkeit ausgeübt? Das Collegium zu Prag habe ich ſtets unter die höchſten geſtellt, deren geiſtige Kraft uns in dieſem Jahrhundert zu Gebote ſteht! Habt Ihr nicht die bedeutendſten Aemter im Lande mit Euren Zöglingen und Anhängern beſetzt? In Staatsverwaltung, Kirchen und Schulen? Gedenkt nur an Martiniz und Slawata ſelbſt;


